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Lebensmarsch

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." (Max Mannheimer, Holocaust Überlebender)

Wie alljährlich treffen wir uns auch heuer wieder am Freitag, dem 24.06.2016 um 10h in der Skiarena am Präbichl, um den Lebensmarsch zu gehen. Wir erinnern uns der 200 unschuldigen Ermordeten in den letzten Kriegstagen des 2.WK. An unserer Schule ist dieses „Nicht vergessen wollen“ in den Lehrplan der 4.Klasse aufgenommen worden.

Warum das Alte nicht ruhen lassen? Wir wollen aus Respekt vor den Getöteten und ihren Angehörigen dieses Massaker nicht in Vergessenheit geraten lassen. Es soll uns mahnen, achtsam durchs Leben zu gehen, nicht zu schweigen, wenn Personengruppen gedemütigt, beleidigt und angefeindet werden.
Unseren Geburtsort, unsere Zeit, die sexuelle Orientierung haben wir uns nicht verdient und erworben, sondern ist ein Geschenk des Zufalls. Ich träume davon, dass wir in der Schule das Bewusstsein erwecken, dass es nicht DEN Ausländer, DEN Schwulen, DEN Anderen …gibt, sondern wir im Gegenüber ganz schlicht einen Menschen sehen, den es zu achten gilt. Es begann auch damals nicht mit den Gaskammern, sondern mit Hass, Intoleranz und Vorurteilen (Zitat eines Überlebenden).
Ich habe den Wunsch, dass wir allen Menschen menschlich begegnen. Ich wünsche mir eine Zukunft mit meinen Jugendlichen, in der wir auf Zeitungsberichte gleich betroffen reagieren und nicht zuerst die Herkunft der Leidtragenden beurteilen und dann in wertvolles und wertloses Leben, das zerstört oder ausgelöscht wurde, unterteilen.

Ich wünsche mir, dass dem anderen sein Anderssein nicht zum Nachteil gewertet wird, sondern wir in unserer Vielfalt den Reichtum einer Gesellschaft sehen. Ich wünsche mir junge Menschen, die sich nicht am Negativen orientieren und diesen zum Maßstab des eigenen Handelns setzen. Unrecht, das in der Welt passiert, ist immer Unrecht. Es gibt uns nicht das Recht, es ihnen gleich zu tun.

Ich wünsche mir eine Gemeinschaft, die auf hetzerische, ausgrenzende Parolen kritisch reagiert. Unsere Kinder haben sich auf dieses Jahresprojekt mit viel Mitgefühl, Herz und Verstand eingelassen. Es ist mir eine Freude gewesen, mit ihnen den Lebensmarsch zu gehen und dadurch ein starkes Zeichen unserer Werthaltung zu setzen.

Danke allen Unterstützerinnen!
(Andrea Wohltran)

 

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